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Krankheiten bei
Hunden

Osteochondrosen sind Absplitterungen von Gelenkknorpeln und treten am häufigsten
im Schulter- Knie- und Sprunggelenk auf. Abgesplitterte Knorpel- und
Knochenteile („Gelenkmäuse“) liegen frei im Gelenk (Osteochondrosis dissecans;
OCD). Die Osteochondrose kann jedoch auch die Bandscheiben und Wirbelkörper
betreffen und zum
Cauda Equina-Syndrom
führen.
Die Diagnose kann durch Röntgen bereits mit 6 Monaten gestellt werden; die
Symptome wie Schmerz, Lahmheit und Lähmung treten aber erst später auf. Bei noch
nicht abgelösten Knochenteilen ist eine mehrwöchige Entlastung notwendig,
ansonsten wird der freie
Knochenanteil operativ
entfernt und die defekte Knorpelflächegeglättet.

Der
Lyme-Borreliose-Erreger wird in Europa durch die Zeckenart Ixodes ricinus
(Holzbock) übertragen. Da wir gerade im Burgenland im Frühjahr 2005 einer
wahren Zeckeninvasion gegenüber gestanden sind, muss diese Erkrankung
besonders beleuchtet werden.
Neben dem komplexen Lebenszyklus der Zecken (Ei - Larve - Nymphe -
geschlechtsreife Zecke) der sich über vier Jahre erstrecken kann, sind auch
witterungsbedingte und geografische Einflüsse für die Übertragung
maßgeblich. Es muss momentan bereits von einer Durchseuchungsrate der Zecken
von 30%, in manchen Gebieten von 50% ausgegangen werden.
Die
Borrelien sind im Speichel der Zecken angesiedelt und werden bei der
Blutmahlzeit ins Gewebe übertragen und etablieren sich dann vor allem im
Nervensystem, in den Gelenken, in der Haut und im Bereich des Herzens.
Dementsprechend sind auch die Symptome beim erkrankten Hund typisch:
grippeähnliche Erscheinungen, Lahmheit, Herzmuskelentzündungen, Trägheit.
Interessant zu wissen ist es, dass die Übertragung der Borrelien erst 24 bis
48 Stunden nach dem Ansaugen erfolgt, daher kann eine Entfernung des
Parasiten in diesem Zeitraum die Übertragung der Erkrankung verhindern.
Bei
Verdacht auf eine Infektion besteht die Möglichkeit der Blutuntersuchung. Es
ist aber zu beachten, dass Antikörper erst sechs bis acht Wochen nach
erfolgtem Zeckenbiss nachgewiesen werden können.
Ideal wäre es, den Hund durch zeckenabtötende Mittel zu schützen; am Markt
sind sehr viele taugliche Präparate vorhanden: Halsbänder, Sprays und Mittel
zum Auftragen auf die Haut. Die tatsächlich wirksamen Präparate sind
allesamt rezept- und apothekenpflichtig und können in keinem Drogeriemarkt
erstanden werden.
Im
Gegensatz zum Menschen, gibt es beim Hund seit einigen Jahren die
Möglichkeit der Schutzimpfung, die im ersten Jahr zweimal im Abstand von
drei bis fünf Wochen zu erfolgen hat; Auffrischung dann immer im
Jahresabstand. Sowohl Welpen ab der zwölften Lebenswoche als auch trächtige
Hündinnen können bedenkenlos geimpft werden.
Abschließend die
Vorbeugemaßnahmen noch einmal zusammen gefasst:
Tägliche Kontrolle des
Hundes auf Zeckenbefall
Verwendung von
Antiparasitenmittel
Schutzimpfung gegen
Borreliose

Parvovirose
... beim Hund
Parvovirose, auch Katzenseuche genannt, ist eine der gefürchtetsten
Hundekrankheiten, da sie ohne sofortige und intensive Behandlung unweigerlich
zum Tode führt. Gerade Welpen und jüngere Hunde sind für diesen Virus besonders
empfänglich. Warum?
Die Welpen nehmen zunächst die nötigen Antikörper gegen den Parvovirus mit der
Muttermilch auf, und zwar primär mit dem Kolostrum, das ist die Erstmilch
unmittelbar nach dem Werfen. Da die Welpen, besonders bei starken Würfen,
unterschiedlich viel von diesem Kolostrum aufnehmen, sind sie auch
unterschiedlich stark immunisiert. Unabhängig davon läßt aber diese
Grundimmunisierung über die Muttermilch von Woche zu Woche nach. Eine Schweizer
Studie erbrachte, dass im Alter von 6 Wochen bereits über 80 % der Welpen keine
ausreichende Immunisierung mehr haben.
Wie
kommen die Welpen zu diesem Virus?
Parvoviren werden von befallenen Hunden über den Kot abgegeben. Gerade
neugierige Welpen, die an allem herumschnüffeln müssen, nehmen dann diese Viren
auf. Dies erklärt auch die Fälle, in denen Welpen aus Massenzuchten mit
ungenügender Hygiene oft gruppenweise von diesem Virus befallen werden. Hier
genügt natürlich ein einziges krankes Tier, um den ganzen Welpenbestand zu
infizieren. Ein Grund mehr, um von solchen Quellen die Finger zu lassen.
Gleiches gilt natürlich für Händler. Eine andere Infektionsquelle sind
Welpenspielgruppen aber auch der Mensch, der unbemerkt mit seinen Schuhen die
Viren ins Haus und oft direkt in die Wurfstube trägt. Die Welpen also die ersten
Wochen nicht aus dem Haus zu lassen, ist auch keine Garantie gegen den Befall.
Wie
äußert sich der Virus?
Parvovirose beginnt meist
mit einer kaum bemerkbaren Mattigkeit (welcher Welpe schläft nicht gerne?) und
leichtem Fieber. Sehr bald danach aber kommt Erbrechen hinzu, oft begleitet von
Durchfall. Der Welpe behält keine Nahrung mehr bei sich, erbricht auch
Getrunkenes, der Durchfall wird letztlich blutig. Werden diese Symptome nicht
sofort von einem Tierarzt behandelt, endet das Ganze meist tödlich. Einen
Gewichtsverlust von mehr als 12%, einhergehend mit dem Wasser- und
Elektrolytmangel des Körpers, überlebt das Tier nicht.
Gibt es eine Behandlung?
Gegen
den Parvovirus gibt es noch keine Medikamente. Was jedoch entscheidend für den
Verlauf der Krankheit ist, ist die Behandlung der Symptome. Der schwere
Durchfall kann gestoppt werden, der Wasserhaushalt muss wieder ausgeglichen
werden, dem Körper müssen Bicarbonate, Kalium und evtl. andere Elektrolyte
zugeführt werden. Dann hat der Hund eine gewisse Chance für das Überleben.
Kann man
Vorbeugen?
In einem ordentlichen
Umfeld, z.B. in einer gut gepflegten Hobbyzucht, genügt die erste
Grundimmunisierung etwa in der 7. Lebenswoche. Diese erfolgt gemeinsam mit einer
Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Zwingerhusten. In der 12./13.
Woche erfolgt die Nachimpfung. Danach die übliche jährliche
Wiederholungsimpfung.
Besteht ein erhöhter Infektionsdruck, also eine größere Wahrscheinlichkeit, dass
sich ein Tier infiziert (z.B. in einer Massenzucht), kann und sollte bereits in
der 5. Woche eine Erstimpfung gegen Parvovirose und Staupe vorgenommen werden.
Hätten manche Massenzüchter und Händler auch nur den Funken von
Verantwortungsgefühl, würden sie wenigstens zu dieser Maßnahme greifen.

Cauda Equina
lat. „Pferdeschwanz“) bezeichnet den hintersten Teil des Rückenmarks und das
daraus entspringende Nervenbündel. Diese versorgen die Muskulatur der
hinteren Gliedmaßen und der Rute und steuern Kot- und Harnabsatz.
Durch einen Bandscheibenvorfall, bindegewebige oder knöcherne Ablagerungen
kommt es zu Einengungen des Wirbelkanals und der Zwischenwirbellöcher
zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein. Dies führt zu einer
Kompression der Nervenbahnen und neurologischen Symptomen, wie z.B.
Lahmheiten der Hintergliedmaßen, Schwanzlähmung, Harn- und Kotinkontinenz.
Der Hund weigert sich zu springen, hat Mühe beim Aufstehen und ist allgemein
in seiner Bewegung eingeschränkt.
Weitere Ursachen des Cauda Equina-Syndroms können sein: Frakturen und
Tumore, Traumen, Mißbildungen, Entwicklungsstörungen
(Osteochondrose),
Infektionen der Bandscheibe und des Wirbels, Gefäßverschluß, degenerative
Alterserscheinungen. Da das Ausmaß der Veränderung der Bandscheibe
röntgenologisch schwer nachzuweisen ist, kann eine sichere Diagnose nur
durch Kontrastmitteluntersuchung (Myelographie) oder Computertomographie
bzw. Magnetresonanztomographie gestellt werden. In schweren Fällen können
durch eine Operation die eingeklemmten Nervenwurzeln entlastet werden.
Als konservative
Behandlung kommen die
manuelle Therapie
und die
Elektrotherapie
zur Anwendung.

Staupe, Tollwut, Leptospirose, Parvovirose
Wie der
Mensch, so brauchen auch Hunde regelmäßige Impfungen, um gegen Krankheiten
geschützt zu werden. Es gibt eine Reihe von Infektionskrankheiten, die den Hund
bedrohen. Gegen folgende Krankheiten sollten Sie Ihre Hunde deshalb unbedingt
impfen lassen:
Die
Staupe:
Unter Staupe versteht man eine Virusinfektion, die in verschiedenen Formen
auftreten kann.
Als
Darmstaupe mit Durchfall
als Lungenstaupe mit Lungenentzündung
als nervöse Staupe mit Lähmungen
Die nervöse Staupe erkennen Sie an folgenden Merkmalen:
Der
Hund hat Fieber, Husten und Durchfall. Die Augen sind verklebt und tränen. Im
fortgeschrittenem Stadium bekommt der Hund Krämpfe und Bewegungsstörungen.
Die
Staupe tritt zwar, dank der durchgeführten Impfungen, nur noch selten auf, sie
ist aber nicht völlig verschwunden.
Die
Tollwut:
Die Tollwut zählt zu den schlimmsten aller Viruskrankheiten. Sie konnte bis
heute nicht ausgerottet werden. Der erkrankte Hund zeigt ein aggressives
Verhalten. Beißwut, Lähmungen und Krämpfe sind die Anzeichen für einen
Tollwutbefall.
Aan
Tollwut erkrankte Hunde können die Infektion auf Menschen übertragen, (durch
Bisse). Daher ist eine regelmäßige Schutzimpfung besonders wichtig.
Auslandsreisen mit dem Hund sind nur mit eingetragener Schutzimpfung im Impfpaß
des Hundes möglich.
Die
Leptospirose:
Die Leptospirose ist eine Bakterieninfektion und wird durch verschiedene
Leptospiren - Erreger hervorgerufen. Es gibt darunter einige, die auch auf den
Menschen übertragbar sind und ansteckende Gelbsucht verursachen.
Anzeichen:
Fieber, Erbrechen, Appetitmangel, Magen-, Darm- und Nierenerkrankungen. Häufig
kommt es auch zu einer Schwäche in den Hinterläufen. In schweren Fällen
Gelbsucht und Bewegungsstörungen. Durch regelmäßige Impfungen wird die
Erkrankung und Übertragung wirkungsvoll verhindert.
Parvovirose:
Diese Krankheit wird oft dort übertragen, wo viele Hunde zusammenkommen, z. B.
auf Ausstellungen. Streß erhöht die Anfälligkeit für die Erkrankung.
Anzeichen:
Plötzlich auftretender, blutiger Durchfall, starkes Erbrechen. Der Hund wird
teilnahmslos, verweigert die Nahrungsaufnahme und leidet unter starkem
Flüssigkeitsmangel. Ein vollkommener Impfschutz wird erreicht, wenn der
entwurmte Welpe mit 8 Wochen die erste Grundimpfung gegen Staupe, Hepatitis und
Leptospirose bekommt.
Diese
Grundimmunisierung wird in der Regel durch den Züchter veranlaßt. Fragen Sie
danach! Die zweite Grundimpfung bekommt der Welpe in der 12. - 14. Lebenswoche.
Wenn Sie den Welpen übernehmen sollte er durchgeimpft sein. Dies können Sie im
Impfbuch nachkontrollieren.
Die Impfung
gegen Leptospirose und Tollwut sollte jährlich erneuert werden. Gegen Staupe und
Hepatitis sollte alle zwei Jahre geimpft werden

Literaturliste:
Der
Gesundheits Brockhaus 1990, 4. Auflage
Pschyrembel; Klinisches Wörterbuch; 1993; 257. Auflage
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